W-RVR-24 Martina Foltys-Banning

Im Ruhrgebiet stehen wir vor großen Herausforderungen, die wir nur gemeinsam lösen können: zurückgehende Bevölkerungszahlen, überschuldete Haushalte, Verlust an gewerblichen Arbeitsplätzen. Spätestens bei der Schließung von Nokia haben wir gemerkt, dass nicht allein Bochum betroffen ist. Auch der Rückzug von Opel betrifft die ganze Region. Die Opelaner wohnen nicht sämtlich in Bochum, die Zulieferindustrie befindet sich in der ganzen Region.

Es ist kurzsichtig, wenn wir uns gegenseitig Betriebsansiedlungen und Arbeitsplätze streitig machen. Gemeinsam haben wir viel zu bieten und für beinah jedes Ansiedlungsinteresse das passgenaue Grundstück. Mit den regionalen Flächennutzungsplan haben wir bereits bewiesen, wie gut gemeinsames Planen funktionieren kann. Mit der Übertragung der Regionalplanung auf den RVR haben wir die Möglichkeit eine gemeinsame planerische Grundlage zu schaffen. In einem einzigartigen partizipatorischen Prozess werden die Ziele für die künftige Entwicklung der Metropole Ruhr erarbeitet.

Im RVR können wir auf eine lange Erfahrung zurückblicken. Mit der Gründung in den 1920er Jahren wurde schon die Grundlagen für vernetzte Strukturen gelegt, die wir heute nutzen und qualifizieren müssen. Die Wege im Ruhrgebiet sind kurz und gut ausgebaut. Nicht jede Stadt braucht ein Vollsortiment am Hochkultur, Spitzensport und Bildungstempeln. Wir müssen uns die Aufgaben teilen und Synergien nutzen. Der Regionalplan Ruhr bietet eine wunderbare Möglichkeit hier die richtigen Weichen zu stellen.

Kooperation ist ein Erfolgmodell: IBA Emscherpark, Kulturhauptstadt Ruhr, Extraschicht. Wir wuchern gemeinsam mit unseren Pfunden, die Ruhrtourismus GmbH bewirbt sie über die Region hinaus.

Als größter Waldbesitzer in der Region und durch den stetigen Ausbau des Radwegenetzes trägt der RVR aktiv zum Klimaschutz bei. Mit dem Radschnellweg Ruhr wird in wichtiger Meilenstein im gemeinsamen Mobilitätskonzept umgesetzt.

Die Novellierung des RVR-Gesetzes soll weitere Kooperationsbereiche ermöglichen. Von direkt gewählten Vertreter*innen im Ruhrparlament versprechen wir uns eine stärkere Verantwortung für die Region.

Im RVR tut sich viel und wir haben in den letzten Jahren dazu beigetragen. Wir haben dicke Bretter gebohrt und unsere Akzente gesetzt. Die Arbeit hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich sie auch in der neuen RVR-Fraktion fortsetzen möchte.

Biografie

seit 2004 auf Grünem Mandat in der Bezirksvertretung, sachkundige Bürgerin im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr, seit 2009 im Rat der Stadt Bochum und im Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur und Stadtentwicklung, seit 2012 im RVR von Beruf Stadtplanerin verheiratet, eine erwachsene Tochter

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